Ich bin Biologin und beschäftige mich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit Artensterben, Klimawandel und Naturschutz.
Wir wissen sehr viel darüber, warum Biodiversität verloren geht. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie wir dieses Wissen gemeinsam mit den Menschen vor Ort in konkrete Veränderungen übersetzen.
Gleichzeitig erlebe ich in Leipzig jeden Tag, welchen Unterschied Natur für eine Stadt machen kann. Der Leipziger Auwald zieht sich wie eine grüne Wildnis mitten durch die Stadt, und aus ehemaligen Tagebauen sind rund um Leipzig große Seen und neue Landschaften entstanden. Diese Orte sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen – aber auch Orte, an denen Menschen schwimmen, Rad fahren, spielen, sich begegnen, durchatmen und Natur unmittelbar erleben können.
Für mich zeigen sie, welchen enormen Mehrwert zugängliche Natur für unsere Lebensqualität haben kann – und wie sehr sich Landschaften verändern können, wenn wir der Natur wieder Raum geben.
Ich möchte dazu beitragen, dass solche Erfahrungen nicht vom Wohnort oder Einkommen abhängen. Dass mehr Menschen Natur direkt vor ihrer Haustür erleben und ihre Umgebung selbst mitgestalten können.
Aus dieser Idee entstand Recht auf Natur: wissenschaftliches Wissen mit Renaturierung, Beteiligung und gemeinschaftlichem Handeln zu verbinden.
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